Chronik der PzJgKp 380
Beitragsseiten
Chronik PzJgKp 380
1991
1993
1994
1995
1996
Alle Seiten

Chronik der Panzerjägerkompanie 380

 

 

Wappen der PzjgKp 380


Wappenschild (Beschreibung aus der Sicht des Schildträgers)


Gedritteltes Herzschild, rechtes Drittel in gelb und schwarz, links in blau unten in rosa.
 
Symbole:
 
Rechts 
10 horizontale Streifen in gelb und schwarz
Links
weiße Burg mit 2 Türmen und roten Dächern auf blauem Grund zwischen
den Türmen ein gelbes Herzschild mit steigendem schwarzen Löwen
Unten: 
schwarze Jagdpanzersilhouette auf 2 gekreuzten schwarzen Pfeilen
darunter die Zahl "380" in schwarz.
Beschreibung:
 
Streifen:Kennzeichnen die Zugehörigkeit zum Land SACHSEN-ANHALT, sind dem Landeswappen entnommen
Burg mit Löwen: 
Symbol der Stadt WEISSENFELS
Panzersilhouette
auf Pfeilen:
Symbol für die Panzerjägertruppe, entnommen aus dem Barettzeichen der Panzerjäger
Zahl „380“  : Kennzeichnung der PzjgKp   Zugehörigkeit zur Panzergrenadierbrigade 38.
 
 
 
 

 

Abschuß einer TOW von einem Panzer Jaguar II

1991

Aufbau der Panzerjägerkompanie 380

04.Juni      
Aufstellung der Panzerjägerkompanie380 mit Organisationsbefehl Nr. 594/1  (H)

Oktober      
Offizielle Aufstellung durch Heimatschutzbrigade 38

19 Dezember
Die ersten Grundwehrdienstleistenden kommen aus den alten Bundesländern

Mit dem Organisationsbefehl Nr. 594/1 (H) vom 04.06.1991 wurde die Aufstellung der Panzerjägerkompanie 380 zum 01.10.1991 in Weißenfels/Saale befohlen.

Bereits im Juni traf ein Vorkommando in Weißenfels ein, bestehend aus Offizieren und Unteroffizieren der ehemaligen NVA-Standorte Bad Frankenhausen und Weißenfels. Dieses bestand aus 2 Offizieren und 3 Unteroffizieren sowie einem Offiziersanwärter. Ein weiteres Vorkommando in der Stärke 3/5/4 bereitete in Halle die Aufstellung der Kompanie vor. Am 12.08.1991 war es dann soweit , daß fast die gesamte Kompanieführung ihren Dienst in Weißenfels antrat. Unter der Leitung des zukünftigen Kompaniechefs Hptm Globig wurde die Panzerjägerkompanie 380 aufgebaut und im Rahmen eines Aufstellungsappells der Heimatschutzbrigade 38 am 01.10.1991 offiziell aufgestellt.

Bis zur Aufnahme der ersten Grundwehrdienstleistenden am 19.12.1991 wurde die Aus- und Weiterbildung der Führer und vor allem das Wohnbarmachen der Unterkünfte vorangetrieben.

Die Führer des ersten Jahres waren:

Kompaniechef
Hptm Globig, Beisitzer: Hptm Seidel & Hptm Juhe
KompaniefeldwebelSFw Müller, Vertreter: HFw Greinert
KompanietruppführerOFw Laurich
TruppenfernmeldefeldwebelFw Hertel
Zugführer 1.Zug
Olt Hölger, Beisitzer: Lt Berger
Zugführer 2.ZugLt Meinecke, Beisitzer: Lt Kosel
Zugführer 3.Zug
OFw Schäfer
Zugführer 4.ZugHFw Wolter
VersorgungsfeldwebelOFw Major
SchirrmeisterHFw Grauman

Am 19.12.1991 war es dann soweit, die PzJgKp 380 bekam zum ersten mal Rekruten. Diese hatten zuvor in den alten Bundesländern die Grundausbildung durchlaufen und wurden danach bei der PzJgKp 380 zu ordentlichen Panzerjägern ausgebildet.

Frontalansicht Jagdpanzer Jaguar 2
 
 


Parallel zu dem Aufbau der Kompanie bemühte man sich. Bürgernähe zu praktizieren, schon im IV. Quartal 1991 wurden erste Vorgespräche mit der Stadt FREYBURG geführt.

Im Rahmen des Unteroffizierkorps, welches sich zu bilden begann, wurden ein Unteroffizierabend am 18.11.91 und eine Weihnachtsfeier am 23.12.91 durchgeführt.

Die ersten Kontakte zur Aufnahme einer Patenschaftwurden schon in diesem Jahr geführt . Aufgrund der Initiative des Olt Hölger kamen erste Beziehungen und Gespräche mit der Stadt Freyburg zustande.

Nach dem Anmeldeverfahren über die Division und einer Gemeinderatssitzung der Stadt waren die ersten Hürden überwunden.

 

1992

Erstes TOW-Schießen auf dem TrÜbPL NOCHTEN

  • 16. Januar Erstes TOW Schießen auf dem TrÜbPl ANNABURG
  •  Mai Die letzten Panzer aus SONTRA treffen ein
  • 13. Juni Erster Elterntag In der Kompanie
  • 01.Oktober Die ersten Rekruten werden in der Kompanie ausgebildet
  • 04. November Besuch Oberst Reitemeier, Inspekteur der Panzertruppe
  • November Schießbiwak auf dem TrÜbPl ANNABURG
  • 18. Dezember Erstes Gelöbnis in HOHENMÖLSEN


Dieses Jahr war für uns geprägt durch den weiteren Aufbau der Kompanie.

Es fand das erste Handwaffenschießen am 15./ 16.01.  auf dem Truppenübungsplatz in Annaburg statt.

Handwaffenschießen auf einem Truppenübungsplatz

Ein erster Höhepunkt war im Februar die Übernahme des Großgerätes von der PzJgKp 300 aus Ellwangen.  Hierbei wurden neben Radkraftfahrzeugen vor allem 9 Jagdpanzer Jaguar 2 mit dem Panzerabwehrlenkraketensystem TOW  übernommen.

Im März 1992 nahmen die Teileinheitsführer an der Geländeerkundung für den ersten Truppenübungsplatzaufenthalt NOCHTEN der Kompanie teil. Mit einer MI8 war man innerhalb einer

Reihe von Panzern Jaguar II auf einem Übungsplatz

Flugstunde auf dem Übungsplatz an der polnischen Grenze angekommen. Für die Kameraden aus den alten Bundesländern war dabei auch der Besuch der Staatsgrenze beeindruckend.

Im Rahmendes Coleurverhältnisses  mit der PzjgKp 360 aus KÜLHEIM kam es vom 25. -27.03.1992 zu einer gemeinsamen Offiziers-/Unteroffiziersweiterbildung in WEISSENEELS.

Weitere Punkte in diesen Jahr waren :

Offiziers- und Unteroffiziersweiterbildungen

Die Beförderung des Kompaniechefs Hptm Globig zum Major wurde am 31.04.1992 in der OHG gebührend gefeiert.
Nach Abschluss der Spezialgrundausbildung im April 1992 kam es im Mai zu einem weiteren Höhepunkt. Die PzjgKp 380 verlegte mit allen Teilen auf den Truppenübungsplatz NOCHTEN, um die Schießausbildung mit Panzerabwehrlenkflugkörpern TOW abzuschließen und den Ausbildungsstand im Gefechtsdienst zu erhöhen. Das Schulschießen mit der TOW war zugleich
das Erste Schießen im scharfen Schuss einer PzjgKp in den Neuen Bundesländern.
Der erste Schuß einer TOW erfolgte am 07.05.1992.

Abschuß einer TOW von einem Panzer Jaguar II

 

Die Einnahme der Heeresstruktur 4

 

 

Die Kompaniegefechtsübung WEHRHAFTER SCHILD wurde nur mit Teilen der Kompanie Durchgeführt da gleichzeitig zwei PzjZüge an einer Bataillonsgefechtsübung des Panzerbataillons 393 teilnahmen und dabei beim Schießen der verbundenen Waffen zu Einsatz kamen.
Der erste Truppenübungsplatzaufenthalt war ein großer Erfolg, von den Ergebnissen des Schießens und er zeigte, dass die PzjgKp380 auf dem richtigen Weg war.

Ende Mai erhielt die Kompanie weitere 3 Jagdpanzer Jaguar 2 aus Sontra, diese komplettierten damit das Großgerät der Kompanie und die Heeresstruktur 4 war damit eingenommen.

Am 13.06.1992 führte die Kompanie einen Elterntag durch, der einen Rückblick auf bisher geleistetes und vor allem den Eltern der Grundwehrdienstleistenden einen Einblick in das Leben in der Kaserne geben sollte. Dieser Tag wurde jedoch von dem für alle unfaßbaren tragischen Ableben des OFw Schäfer überschattet, so daß  nur ein verkürztes Programm gezeigt wurde.

Die Zeit zwischen Juni und Dezember war gefüllt mit Truppenübungsplatz- und Schießplatzaufendhalten. Im November führte die Heimatschutzbrigade 38 ihre erste Brigaderahmenübung durch, dabei nahmen die Offiziere der PzJgKp 380 teil.

Die Erste Grundausbildung


In Weißenfels konnte sich die Kompanie gar nicht erst eingewöhnen, sondern fuhr vom 2 2.06. -29.06. wieder nach NOCHTEN, aber diesmal zur Brandwache. In WEISWASSER und Umgebung schwelten überall Waldbrande, aber auf dem Truppenübungsplatz NOCHTEN kam es zu keinen Brand,  sodass die
Kompanie Themen des Gefechtsdienstes und der Schießausbildung durchführen konnte.

In Vorbereitung der allgemeinen Grundausbildung verlegte das Unteroffizierskorps am 26.08. per Hubschrauber auf den Standortübungsplatz nach BAYREUTH. Dort wurde eine zweitägige  Weiterbildung zu einigen Themen des Gefechtsdienstes durchgeführt.

Der Unteroffizierabend am 15. September 1992 in UICHTERITZ festigte das Unteroffizierkorps weiter, dabei wurden die eirsten Unteroffiziere der Kompanie verabschiedet und neue Unteroffiziere in das Unteroffizierkorps aufgenommen.

Am 01.10.1992 wurden zum ersten Mal Rekruten bei der PzjgKp 380 einberufen und durchliefen die Allgemein Grundausbildung bis zum 18.12.2992. Ein Höhepunkt dieser Grundausbildung war unter anderem das Feierliche Gelöbnis in HOHENMÖLSEN gemeinsam mit dem PzFlaRgt 70 am 07.11. Nach dem nachmittäglichen Familientag legten  die jungen Rekruten im Fackelschein auf dem Sportplatz ihr
Gelöbnis ab.

Bei der ersten Brigaderahmenübung der Heimatschutzbrigade 38 im November 1992 nahmen die Offiziere der PzjgKp 380 teil.

Am 03./04.11.1992 besuche de r Inspekteur der Panzertruppe die PzjgKp 380. Oberst Reitemeier würdigte die Leistungen der Kompanie beim Aufbau und wünschte der Kompanie viel Erfolg bei der weiteren Arbeit.

Das erste Biwak der Kompanie wurde vom 23.11.-27.11. auf dem Truppenübungsplatz ANNABURG durchgeführt. Neben der Schießausbidung mit Handwaffen standen diesmal eine Vielzahl von Gefechtsdienstthemen auf dem Programm.
Am 10.12. wurde auf dem Truppenübungsplatz ANNABURG ein Schießen mit der leichten Panzerfaust durchgeführt.

Am 16.12.1992 wurde die letzte Prüfung unserer Rekruten in diesem Jahr durchlaufen. Die Rekrutenprüfung auf dem Standortübungsplatz Bad Frankenhausen. Dabei mußten die Rekruten einen anspruchsvollen Parcours  durchlaufen, der mit der Überwindung der Hindernisbahn in der Kyffhäuserkaserne endete.

Abschluß dieses erfolgreichen Jahres war die Weihnachtsfeier am 18.  Dezember. Bei einer kleinen Tombola, welche die Unteroffiziere der Kompanie  vorbereitet hatten, erhielt jeder ein kleines  Weihnachtsgeschenk.


1993

Aufmunitionieren eines getarnten Panzer Jaguar II

Januar

Erste technische Veränderungen der Bewaffnung durch das Umrüsten der Waffenanlage TOW in die modernere Version TOW 2.
Diese neue Waffe zeichnet sich besonders in ihrer Reichweite aus womit sie den Feind auf fast 4000 m vernichten konnte.

Februar
Feierliche Unteroffiziersaufnahme in das UffzKorps der Kompanie.
AprilSchießen der Unteroffiziere und Offiziere der PzJgKp 380 auf den Truppenübungsplatz Annaburg.
Mai
Abschluß der Spezialgrundausbildung und Verlegung der gesamten Kompanie auf den Truppenübungsplatz Nochten, um dort das Schießen mit der neuen TOW 2 durchzuführen.
Während einer Gefechtsübung konnten alle 4 Züge zeigen, das sie ihr Handwerk beherrschen.
JuniÜbungsplatzaufenthalt in Annaburg

Juli
Unteroffiziersfeier in Weißenfels, Aufnahme zweier Unteroffiziere in das UffzKorps der Kompanie.
AugustDie Vorbereitungen für die erste technische Materialprüfung von 02.08. - 06.08. wurde durch einen Einsatz als Bereitschaft während der Ausstellung "Unser Heer" unterbrochen.
Diese Ausstellung, welche in Merseburg Station machte, wurde von der Bevölkerung mit regem Interesse verfolgt.
SeptemberHerbstfest der Brigadeeinheiten der Heimatschutzbrigade 38.
OktoberAllgemeine Grundausbildung (Sonderform).
NovemberFeierliches Gelöbnis des Grundausbildungszuges in Gera bei dem PiBtl. 701.
Die Offiziere und Unteroffiziere der Kompanie führten an dem Wochenende  19.11. - 21. 11.eine Rüstzeit in der evangelischen Tagungsstätte "Wildbad" in Rothenburg a. d. Tauber durch.
Dezember

Am 02.12. besuchte der Leiter des Dezernates Panzerjäger, OTL Harder, die Kompanie und informierte die Vorgesetzten der Kompanie über das Personalwesen der Bundeswehr.
Am Ende des Jahres fand die traditionelle Weihnachtsfeier statt, dazu nahmen am 12.12. zum ersten mal Vertreter des Schützenvereins Freyburg (Unstrut) teil.

Ausgemusterter Kampfpanzer


1994

Nach dem Verfügungsquartal  IV/93 war es dann am 03.01.1994 wieder soweit, die PzJgKp 380 berief wieder selbst Rekruten ein. Die 80 jungen Männer durchliefen vom 03.01. - 01.04. die allgemeine Grundausbildung in der Kompanie, danach wurde die Hälfte in die Stabskompanie der Heimatschutzbrigade versetzt. Die verbliebenen 40 Soldaten wurden in der PzJgKp 380 zu Panzerjägern ausgebildet.

Richtschütze zielt mit TOW von einem Panzer Jaguar II

Die Grundausbildung war geprägt durch mehrere Übungsplatzaufenthalte, ein Handwaffenschießen am 18./19.01. 94 und am 07. bis 11.03. 94. Auf dem Truppenübungsplatz Annaburg führte die Kompanie ein Kompaniefest durch, was großen Anklang fand.

Soldaten vor einer Zielatrappe

Dazwischen fand am 03.03. 94 das feierliche Gelöbnis in Lützen statt. In Weißenfels wurde am Nachmittag ein Elterntag durchgeführt, bei dem die Angehörigen der Soldaten die Möglichkeiten hatten, die Vorgesetzten ihrer Söhne kennen zu lernen.

Im "Ritterhof" verabschiedeten die Unteroffiziere der Kompanie am 16.03. 94 ihren Kompaniechef Major Gerd Globig. Gleichzeitig wurden bei dieser Feierlichkeit fünf Unteroffiziere in das Unteroffizierkorps aufgenommen.

Am 18.03.1994 übernahm Hptm Ewald Reichel die Kompanie, er löste damit Major Gerd Globig als Kompaniechef ab. Bei dem Übergabeappell würdigte der Kommandeur der Brigadeeinheiten Oberst Kohlhoff die Leistungen des scheidenden Kompaniechefs.

 

 

Aufmarsch zur Kompanieübergabe in der Sachsen-Anhalt.Kaserne

Ab dem 05.April begann die PzJgKp 380 mit der Spezialgrundausbildung, dabei wurde der Truppenübungsplatz Annaburg mehrfach zur Ausbildung genutzt, zum Beispiel am 12.04. und am 24.05. zu einem Schießen der Unteroffiziere.

Während der Hochwasserkatastrophe  in Sachsen - Anhalt unterstützte die Panzerjägerkompanie die Stadt Weißenfels um das Schlimmste abzuwenden. Am 14.04. waren einige Soldaten unterwegs um in Markwerben zum Einsatz zu kommen.

eine Überflutete Strasse in der Stadt Weißenfels

Vom 17.07. - 01.08. fand in Berlin die Behinderten Weltmeisterschaft in Leichtathletik statt, hierbei halfen die Panzerjäger mit Transportmitteln und Soldaten.

Im September 1994 zog die Kompanie in einen neuen Unterkunftsblock um, obwohl in diesen Block noch einige Arbeiten durchgeführt werden mußten, verbesserten sich damit die Bedingungen für alle.

Lange konnte sich die Kompanie aber nicht mit den Einräumarbeiten aufhalten, da es vom 17.10. bis 27.10. auf den Truppenübungsplatz nach Nochten ging. Das dort erbrachte Schießergebnis stellte alle vorangegangenen Schießen in den Schatten. Beim Tagschießen mit Lenkflugkörpern TOW 2 erreichte die Kompanie ein Ergebnis von 100 % . Herr Lemke von der Deutschen Aerospace kam einer Einladung der Kompanie nach und besuchte die Kompanie in Nochten. Als Experte für Panzerabwehrlenkraketen war er beeindruckt von den Schießleistungen mit dem Konkurrenzprodukt seines Unternehmens und lud die Kompanie zu einem Gegenbesuch in München ein.

 

 

Familienwochenende in der REITERALPE  BAD REICHENHALL

Bevor im Dezember zwei Züge nach Hohenfels (CMTC) fuhren, ging es erst noch in die Berge der Alpen zu einem Übungslager im Reichenhaller Haus. Für viele Soldaten war es das erste Mal, daß sie die Alpen sahen und man merkte die ungewohnte Anstrengung bei der Besteigung des Dürrnbachhornes auch allen an. Das Wochenende stand im Zeichen der Familien, welche für zwei Tage nachgeholt wurden. Das Stammpersonal der Kompanie und ihre Angehörigen unternahmen bei fast geschlossener Schneedecke noch eine Wanderung nach Österreich zur Jausenstation  Wildalm mit anschließendem Hüttenabend.

Der krönende Abschluß für den zweiten und dritten Zug der PzJgKp bildete die Teilnahme an der Übung im Combat Maneuver Training Center (CMTC) sowie die Vorausbildung auf dem Truppenübungsplatz Bergen. Bei der modernen Gefechtssimulationsanlage mußten beide Züge zeigen, daß sie im Gefecht der verbundenen Waffen ihre Waffen beherrschen und sich auch taktisch verhalten können.

Am 19.12.1994 erfolgte die Umbenennung der Heimatschutzbrigade 38 in Panzergrenadierbrigade 38.

Nach der Rückkehr der zwei Panzerjägerzüge aus Hohenfels endete das Jahr 1994 am 21.12. mit der Entlassung der Grundwehrdienstleistenten nach einem gemeinsamen Weihnachtsessen im Speisesaal.

simulierter Abschuß einer TOW von einem Panzer Jaguar II mit MILES


1995

Nach dem etwas längeren Urlaub zum Jahreswechsel begann für die PzJgKp 380 ein Verfügungsquartal welches zur Vorbereitung auf die allgemeine Grundausbildung und vor allem zur Nachbereitung von Hohenfels genutzt wurde. In diesen Zeitraum fuhren die Unteroffiziere nach Hammelburg zu einer Weiterbildung Handwaffenschießen und sie absolvierten den Leistungsmarsch auf der historischen Strecke von Weißenfels nach Freyburg.

Am 03.04.1995 wurden 69 Männer bei der PzJgKp einberufen. Damit kam wieder Leben in das Kompaniegebäude. Vom 06.05.- 12.05.1995 führte die Kompanie auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken ein Ausbildungslager durch. Auf dem in der Rhön gelegenen Übungsplatz wurde die Rekrutenprüfung durchgeführt und an mehreren Tagen Handwaffenschießen.

Gruppenbild eines Panzerjägerzuges in Wildflecken

Am 14.06.1995 fand das feierliche Gelöbnis unter Teilnahme der PzJgKp in Weißenfels statt. Als Ehrengast weilte die parlamentarische Staatssekretärin im Verteitigungsministerium Frau Michaela Geiger unter den rund 800 Soldaten. Der Gelöbnistag war wieder einmal Anlaß den Eltern unserer Wehrpflichtigen zu zeigen, wo und wie ihre Söhne bei der Bundeswehr lebten. Dazu wurde ein Elterntag durchgeführt, dessen Höhepunkt die Enthüllung eines Ortseingangsschildes der Stadt Freyburg vor dem Kompaniegebäude darstellte.
 


Der Bürgermeister der Stadt Freyburg, Herr Martin Bertling, würdigte in seiner kurzen Ansprache ebenso wie der Kompaniechef die gute Zusammenarbeit beider Seiten. Unter den Böllerschüssen des Freyburger Schützenvereins und den Simulationsknallern der TOW enthüllten beide das Ortseingangsschild.

 

Der 20.06.1995 besiegelte das Schicksal der PzJgKp 380. An diesem Tag hatte der KpChef Hptm Reichel die schwere Aufgabe seiner Kompanie mitzuteilen, das sie aufgelöst werden soll.

Nach der intensiven Ausbildung der jungen Rekruten, sollten diese ihr Können während der Brigadegefechtsübung unter Beweis stellen. Somit verlegte die PzJgKp 380 bis 18.08. 1995 auf den Truppenübungsplatz Bergen und zeigte mit einer 96% -igen Erfüllungsquote den hohen Stand der Einsatzbereitschaft der Jagdpanzerbesatzungen. Auch bei der vorher durchgeführten ersten Großverbandsübung der Brigade zeigte die Kompanie, daß sie ihr Handwerk beherrschte.

Das Wochenende um den 09. September `95 leistete die Panzerjägerkompanie ihren Beitrag zum "Tag der offenen Tür" der Sachsen - Anhalt - Kaserne und organisierte unter anderem die statische Waffenschau. Am Abend nahm eine Abordnung am gemeinsamen Umtrunk während des Kasernen - Biwaks teil.

Im Jahr 1994 hatten die Panzerjäger eine Einladung zur Deutschen Aerospace erhalten. Dieser Einladung kamen die Offiziere und Unteroffiziere nach und führten am 22.09.1995 eine Unteroffiziersweiterbildung in München durch. Dieser Besuch gab einen umfassenden Einblick in die Geschichte, Gegenwart und Entwicklung der Panzerabwehrlenkflugkörper und klang mit einen Abstecher zum Münchner Oktoberfest zünftig aus.

Gruppenbild in zivil vor dem Gebäuder der DASA in München

Am 12. Oktober `95 fand in der Sachsen - Anhalt - Kaserne eine Besichtigung durch den Klub "Freunde des Heeres" statt. Aus diesem Grund wurde eine historische Rückschau über die Schlacht bei Roßbach gezeigt, die am 05.11.1757  eine Niederlage für die vereinigte französische und Reichsarmee, gegen Friedrich d. Gr. von Preußen brachte. Bei dieser Vorführung beteiligten sich Angehörige der Panzerjägerkompanie als Organisationspersonal und als Statisten in historischen Gewändern.

Das letzte Schießen der Panzerjägerkompanie 380 mit TOW II fand am 23.10.1995 auf dem Truppenübungsplatz Nochten statt. Auch hier wurde im Rahmen einer Kompanieübung ein sehr gutes Ergebnis erreicht.

Gruppenbild auf dem Truppenübungsplatz

Im November 1995 fand im Raum Freyburg - Weißenfels eine Durchschlageübung der Kompanie mit dem Namen "Wehrhafter Panzerjäger" statt. Dabei zeigten alle Soldaten der Kompanie noch einmal sehr großen Ehrgeiz und vor allem Durchhaltevermögen.

Im Dezember 1995 nahm der 4. Zug wieder an der Ausbildung im CMTC in HOHENFELS teil. Auch ein Wechsel der Übungsparteien konnte die Einsatzbereitschaft und die guten Erfolge des Zuges nicht beeinträchtigen.

Während der Rückverlegung des 4. Zuges fuhr die Kompanie mit Mitgliedern des Schützenvereins zu einem Handwaffenschießen nach Bayreuth.

Nach der Rückkehr war eine Weihnachtsfeier des Unteroffizierskorps nahe dem Inselberg geplant, leider machte Petrus dies durch Schneefall zunichte, so daß als Alternative in die OHG der Sachsen - Anhalt - Kaserne ausgewichen werden mußte. Mit einer Versteigerung und der bekannten Tombola erwirtschafteten die Unteroffiziere Geld für die Gestaltung der geplanten Auflösungsfeier.


1996

Das Jahr der Auflösung der Panzerjägerkompanie 380 wurde eingeleitet, mit einem mehrtätigen Schießaufenthalt in Weiden. Dabei erhielt die Masse der Soldaten ein letztes Mal die Möglichkeit mit Handwaffen zu schießen, da diese Soldaten die ersten waren, die nur noch 10 Monate dienten.

Am 31.01.1996 wurden diese Soldaten entlassen und die verbliebenen begannen mit der Vorbereitung des Materials zur Abgabe.

Trotz der Auflösungsvorbereitung ging das politische Umfeld nicht an der Panzerjägerkompanie vorbei und die Kompanie mußte einige Unteroffiziere nach Hammelburg als Ausbilder für den VN - Einsatz der Bundeswehr abstellen.

Die ersten Versetzungen in andere Einheiten folgten und die in der Kompanie verbliebenen bereiteten sich auf einen fast letzten Höhepunkt vor, eine Grundausbildung der Tauglichkeitsklasse 7.

Der März wurde neben der Auflösungsvorbereitung auch zur Unteroffiziersweiterbildung genutzt. Dazu zählte auch der Aufenthalt auf dem Truppenübungsplatz Münsingen, welcher vom 18.03. bis 22.03. durchgeführt wurde und eine Winterkampfausbildung in Oberwiesenthal.

Eine Stellung beim Gefechstschießen im Winter

Das Hallenfußballturnier der SDH am 16.03. in Köln, an welchem eine Mannschaft der Panzerjägerkompanie teilnahm war ein großer Erfolg, die Mannschaft belegte den 1. Platz.

Gruppenbild einer Hallenfußballmanschaft

Die Grundausbildung im April 1996 stellte neue Anforderungen an die Kompanie, da die Ausbildungsinhalte für T 7 Soldaten anders aufgeschlüsselt waren. Diesmal lag nicht der Schwerpunkt auf Geländeausbildung, sondern im Vermitteln von theoretischen Grundlagen.

Am 25. 04.1996 wurde in Freyburg ein feierliches Gelöbnis durchgeführt, bei welchem die PzJgKp 380 ihren Gästen, durch einen Elterntag, die Partnerstadt zeigten.

Nach der Versetzung der T 7 Soldaten zog der Alltag der Auflösung ein. In dieser Zeit wurden viele Unteroffiziere in ihre neuen Dienststellen versetzt.

Im Juni 1996 nahmen 20 Soldaten der Panzerjägerkompanie 380 im Rahmen der Kriegsgräberfürsorge an einem Einsatz in Frankreich teil. Neben der Arbeit auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Orlandes, lernte man Land und Leute näher kennen.

Soldaten beim Pflegen von KriegsgräbernKranzniederlegung an einem deutschen Kriegsgrab
Gruppenbild vor einer Gedenkstätte deutscher Kriegsgefallener

Die Abgabe des Materials erfolgte vom Juni 1996 an und sie gestaltete sich reibungslos.

Am 30.08.1996 wurde die Panzerjägerkompanie 380 mit einem Auflösungsappell in ihrer Partnerstadt Freyburg außerdienstgestellt. Dieser Tag klang mit einer Auflösungsfeier im Lichthof der Rotkäppchensektkellerei aus. Zu dieser Feier waren alle ehemaligen Angehörigen der Kompanie und Gäste geladen.